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Zeichnen lernen Schritt für Schritt

Zeichnen lernen Schritt für schritt

Hallo lieber Kunst-Fan und herzlich Willkommen beim System des Zeichnens! Du möchtest also endlich kreativ werden und Zeichnen lernen Schritt für Schritt? Das freut mich! Denn dann bist Du hier genau an der richtigen Adresse.

Der Start stellt für Anfänger die allergrößte Herausforderung dar. Das weiße Blatt Papier lässt einen regelrecht in eine Schockstarre verfallen und man kommt einfach nicht ins Handeln. Man weiß nicht wo man überhaupt anfangen soll.

Genau das möchte ich verhindern! Deshalb zeige ich Dir jetzt Schritt für Schritt, wie Du das Zeichnen lernen kannst und wie Du Deine eigenen tollen Kunstwerke kreierst. 

Zeichnen lernen Schritt für Schritt - Das richtige Werkzeug

Eines schonmal vorweg: Du brauchst nicht das teuerste Material, das Du kriegen kannst, um geniale Ergebnisse zu erzeugen. Dennoch möchte ich Dir kurz zeigen, was zu einer Grundausstattung eines jeden Zeichners gehören sollte.

Die richtigen Stifte

Grundsätzlich ist es erst einmal wichtig zu verstehen, welche verschiedenen Arten von Bleistiften es gibt und welche Eigenschaften sie haben. Die Bleistiftmine besteht aus Graphit und ist in verschiedenen Härtegraden erhältlich.   

Dabei steht H für eine harte Mine und B für eine weiche Mine. Die Zahl vor dem Buchstaben verstärkt dabei sozusagen den Effekt. Das heißt ein 5B Bleistift ist weicher als ein 2B Stift und ein 5H Stift ist härter als ein 2H Stift.

Härtegrade Bleistift Zeichnen lernen Schritt für Schritt
Gleicher Druck, völlig unterschiedliche Ergebnisse. Deshalb ist es so wichtig, mehrere Bleistifte in verschiedenen Härtegraden zu besitzen.

Durch die verschiedenen Härten der Minen ist der Abrieb bei gleichem Druck zum Teil völlig unterschiedlich. Mit einer B Mine wird die Fläche dunkel, mit einer harten Mine ist sie sehr blass. Deshalb eignen sich für Skizzen, die noch überzeichnet werden sollen, eine harte Mine. Denn falls DU Dich verzeichnest, kannst Du den Strich dann noch relativ gut wegradieren.

Aber Vorsicht: Wenn Du zu doll aufdrückst, drückst Du in das Papier rein, was man am Ende nicht wieder weg bekommt. Achte deshalb darauf, dass die Mine nicht zu spitz ist und Du nicht zu fest aufdrückst.

Mit einer B Mine kann man hervorragend Schraffuren und Verläufe zeichnen. Das ist unheimlich wichtig für realistische und dreidimensionale Bilder.

Es ist also wichtig, eine Mischung aus verschiedenen Härten zu benutzen. Für den Anfang solltest Du also mindestens einen harten Stift mit der Härte H, einen mittelharten (zum Beispiel HB) und einen weichen Bleistift (zum Beispiel 3B) besitzen. 

Bleistifte auf einer Zeichnung

Das richtige Papier

Beim Papier scheiden sich oft die Geister. Doch lass Dich da nicht verrückt machen. Für den Anfang ist es wirklich völlig ausreichend, wenn Du normales Druckerpapier zum Üben verwendest. Der Vorteil: Es ist sehr günstig und in hoher Anzahl vorhanden, sodass Du viel Material zur Verfügung hast und ein Blatt nicht zu schade ist, falls die Zeichnung nichts geworden ist.

Hier musst Du allerdings beim Radieren aufpassen: Das Papier ist sehr dünn und hat eine geringe Körnung (meist 100g/m²). Wenn Du also zu fest aufdrückst, zerknitterst Du das Papier und die Zeichnung ist hinüber.

Deshalb bietet sich gerade für „hochwertigere“ Zeichnungen ein dickeres, raueres Papier an. Wenn Du eine Zeichnung also aufhängen möchtest, würde ich Dir empfehlen, auch hochwertiges Material zu verwenden.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Skizzenbücher zu besorgen. Das hat den Vorteil, dass Du Deinen Fortschritt messen kannst und siehst, wie Du Dich von Zeichnung zu Zeichnung verbessert hast. 

Probiere einfach ein bisschen herum und zeichne auf verschiedene Arten von Papier oder auch Pappe. Schnell wirst Du feststellen, was Dein Favorit ist und womit Du gute Ergebnisse erzielst. 

Radiergummi

Egal ob Anfänger oder Profi, irgendwann müssen wir alle einmal radieren. Ob wir nun einen Fehler ausbessern wollen, oder einer Zeichnung mit Lichtakzenten den letzten Schliff verleihen wollen. Dabei ist es empfehlenswert, einen Radierer für größere Flächen und einen für kleinere Flächen zu besitzen. 

Für größere Flächen eignet sich ein etwas härterer Radierer am besten. Für kleinere Flächen (und vor allem Lichtakzente) eignet sich ein Knetradiergummi am besten. Es ist wie Knete und lässt sich somit beliebig formen.

Fazit

Das richtige Material macht Dich also nicht automatisch zu einem Meisterkünstler, doch kann es sehr hilfreich sein, ein gutes, verlässliches Material zu besitzen. Wenn du bereit bist, etwas mehr Geld auszugeben, dafür dann aber alles zu besitzen, was Du zum zeichnen jemals brauchen wirst, kann ich Dir folgendes Komplettset empfehlen:

 

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Faber-Castell - Pitt Graphite Set im Metalletui, groß, 26-teilig*

Hier sind nicht nur Bleistifte in sämtlichen Härtegraden, sondern auch JEDES Zubehör enthalten, was man braucht. Radiergummis als Knetradierer, ein normaler Radierer, ein Stiftradierer, ein Anspitzer, ein Estompen und vieles mehr. Wie gesagt, gerade am Anfang ist das KEIN MUSS! Ich habe aber vor Jahren einmal in dieses Set investiert und seitdem nie wieder etwas kaufen müssen. Die Dinge sind in einer überragender Qualität und ist deshalb eine Herzensempfehlung.

Zeichnen lernen Schritt für Schritt - lerne Dein Material kennen

Nun nehmen wir endlich den Stift in die Hand und lernen unser Material kennen. Untersuche die verschiedenen Härtegrade und beobachte, wie sich die Bleistifte auf verschiedenen Papier verhalten. Ziehe einfach lockere, durchgehende Linien, Kurven und Kreise. Variiere dabei den Druck und drücke mal mehr, mal weniger fest auf. Hier ist es auch noch völlig egal, was als Ergebnis entsteht. Das wichtigste ist, dass Du einfach startest, denn wir wollen ja eines: Zeichnen lernen Schritt für Schritt. Das heißt wir müssen für den Anfang auch unsere Erwartungen anpassen und üben, üben, üben.

Den Stift richtig halten

Viele Anfänger machen schon hier einen Fehler. Lass mich Dir eine Frage stellen: Hast Du beim Kennenlernen deiner Stifte aus dem Handgelenk gezeichnet oder locker aus dem Schulter- und Ellenbogengelenk? hast Du die Linien in einem durchgezogen oder viele kleine Linien aneinander gereiht?

Viele Anfänger sind sich noch extrem unsicher und zeichnen deswegen eher viele kleine Striche aus dem Handgelenk. Doch das Ergebnis sieht dann nicht besonders überzeugend aus. 

Versuche stattdessen direkt von Anfang an, den Stift locker zwischen Zeigefinger und Daumen zu halten und EINEN lockeren Strich zu zeichnen. Es ist dabei auch überhaupt nicht schlimm, wenn er nicht gerade geworden ist. Das Ergebnis ist erst einmal egal. Aber Du trainierst dadurch Deine Hand-Augen Koordination sofort richtig und nach einigen Übungsversuchen wirst Du schon deutliche Verbesserungen sehen können  

Zeichnen lernen Schritt für Schritt Stift halten
Für grobe, schnelle Skizzen eignet sich diese Haltung am besten.
Für Details und letzte Akzente eignet sich der Schreibstil hervorragend.

Schreibstil anwenden - aber richtig

Versteh‘ mich nicht falsch: Du darfst/ solltest sogar auch im Schreibstil zeichnen! Gerade beim Zeichnen von Details und kleineren Objekten ist das die bessere Wahl. Denn so hast Du mehr Kontrolle über den Stift. Es ist nur wichtig zu wissen, wann Du den Stift wie halten solltest.

Zeichnen lernen Schritt für Schritt - die richtigen Übungen

Jetzt wissen wir schon, wie unser Material tickt und wie wir die besten Ergebnisse erzielen, indem wir den Stift richtig halten und einsetzen. jetzt können wir verschiedene Übungen austesten, um Schritt für Schritt immer besser zu werden.

Linien zeichnen

Fangen wir zuerst an, gerade Linien zu zeichnen. Denk dabei daran, den Stift locker zu halten und aus dem Ellenbogen und Schultergelenk zu zeichnen. 

TIPP: Bevor Du den Strich auf das Papier bringst, kannst Du erst einmal in der Luft „trockenüben“. Wenn Du das ein paar mal gemacht hast, kannst Du schließlich den Strich zeichnen. 

Zeichne einige waagerechten, senkrechten und auch schräge Linien. Natürlich gilt hier auch: Je mehr Linien Du zeichnest, desto besser.

Zeichnen lernen Schritt für Schritt Linien zeichnen

Kreise zeichnen

Als nächstes zeichnen wir ein paar Kreise in verschiedenen Größen. Zugegeben, Kreise sind so ziemlich am schwierigsten zu zeichnen und auch ich hab nach gefühlt 10000 gezeichneten Kreisen noch so meine Probleme. Aber es ist eine super wichtige und hilfreiche Übung, die Du auf keinen Fall auslassen solltest. Auch hier kannst Du zuerst Kreise „in die Luft“ zeichnen, bevor Du auf dem Papier ansetzt.

Kreise zeichnen

Kurven zeichnen

Als letzte Warm Up Übung zeichne drei willkürlich gesetzte Punkte. Danach versuchst Du diese Punkte mit einer selbstsicheren, geschwungenen Kurve miteinander zu verbinden.

Kurven zeichnen
Es ist nicht schlimm, wenn Du nicht jeden Punkt exakt triffst. Es geht darum, dass Du ein Gefühl für den Stift bekommst und Deine Hand-Augen Koordination schulst.

Schraffuren für den 3D Effekt

Um einer Zeichnung den realistischen 3D Effekt zu verleihen, brauchen wir die richtige Schraffur. Hier gibt es verschiedene Techniken, die wiederum verschiedene Effekte erzeugen.

Kreuzschraffur

Die einfachste Form der Schraffur ist die Strichschraffur/ Kreuzschraffur. Dafür Zeichnest Du einfach verschiedene Striche nebeneinander in dieselbe Richtung. Je näher die Striche zusammen sind, desto dunkler wirkt die Fläche. Für eine Kreuzschraffur zeichnest Du nun senkrecht zu der ersten Lage weitere Striche.

Diese Art der Schraffur eignet sich am besten für schnellere Skizzen oder wenn du mit einem Fineliner zeichnest.

Zeichnen lernen Schritt für Schritt Kreuzschraffur

Verlauf schraffieren

Möchtest Du realistischer zeichnen, solltest Du Deine Zeichnung in einem Verlauf zeichnen können. Dabei schraffierst Du nicht mit Linien, sondern großflächig. Willst Du hellere Flächen erschaffen, drückst Du mit dem Bleistift weniger fest auf oder Du wählst einen härteren Härtegrad der Mine.

Zwei Hände gezeichnet mit Bleistift
Für realistische Zeichnungen sollte man Verläufe schraffieren können. Mit variierenden Druck und Bleistiften mit verschiedenen Härtegraden erzielst Du diesen 3D Effekt.

Zeichnen lernen Schritt für Schritt- Deine erste Zeichnung

Nun haben wir schon alle Mittel, um unsere erst richtige Zeichnung anzufangen! Suche Dir jetzt am besten einen Gegenstand und lege ihn vor Dich auf den Tisch. Nun beginnst Du den Gegenstand ganz genau zu beobachten. Stelle dir dabei zum Beispiel folgende Fragen:

  • Woher kommt die Lichtquelle?
  • Welche Bereiche liegen im Schatten, welche Bereiche werden vom Licht angestrahlt?
  • Wenn Du den Gegenstand in einfach Grundformen vereinfachen würdest, welche Grundformen wären das? Ein Zylinder, ein Quader oder eine Kugel?
  • Wie sind die Proportionen zueinander? Wie ist zum Beispiel das Verhältnis von der Höhe zu Breite?

Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Künstler

Das genaue Beobachten von unserer Umwelt unterscheidet einen guten von einem schlechten Künstler. Es ist eine absolute Schlüssel- Fähigkeit, die Du Dir unbedingt aneignen musst. Denn gerade Anfänger begehen den fatalen Fehler, dass sie nicht Zeichnen, was sie sehen, sondern was sie GLAUBEN zu sehen. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, der unheimlich viel ausmacht.

Wenn Du den Gegenstand genau beobachtet hast, beginne die groben Umrisse und Proportionen zu skizzieren. Fange erst an die Zeichnung zu schraffieren, wenn Du glaubst, dass die Proportionen korrekt sind. Verliere Dich also erst in den Details, wenn das Grundgerüst der Zeichnung stimmt. 

Ist das getan, kannst Du die Zeichnung schraffieren und ihr so den 3D Effekt verleihen. Welche Schraffur Du dafür wählst, ist völlig Dir überlassen.

Wenn Du eine genauere Anleitung zum richtigen Skizzieren haben möchtest, dann schau Dir hier einen Blog Beitrag von mir zu dem Thema an. 

Natürlich kannst Du auch von einer Fotovorlage Deiner Wahl abzeichnen. Es geht nur darum, dass Du lernst, Deine Umwelt genau zu beobachten und zu versuchen sie auf dem Papier wiederzugeben.

Die Rastermethode zur Unterstützung

Wenn Du Dir zu Anfang noch nicht sicher genug bist, eine Fotovorlage korrekt abzuzeichnen, dann gibt es eine gute Möglichkeit, Dir das Leben einfacher zu machen. Mit der Rastermethode unterteilst Du ein Bild in mehrere kleine Quadrate und überträgst dieses Raster dann auf Dein Blatt Papier.

So hast Du nicht nur die Möglichkeit, Deine Zeichnungen in kleinere, leicht verdaulichere Abschnitte zu unterteilen, sondern Du kannst Deine Zeichnung auch vergrößern oder verkleinern.

Lotusblume Rastermethode

Die Rastermethode Schritt für Schritt

  1.  Nachdem Du ein passendes Foto ausgewählt hast, entscheide Dich für Deine Rastergröße. Bei einem 20 x 20 cm Foto könntest Du das Bild zum Beispiel in 25 Quadrate einteilen, die jeweils 4 cm groß sind.
  2.  Zeichne das gewählte Raster auf der Vorlage ein
  3.  Übertrage das Raster auf Dein Zeichenblatt.  Achte darauf, dass die Quadrate die gleiche Anzahl von Quadraten und das gleiche Seitenverhältnis haben. Ansonsten wird das Bild verzerrt.
  4. Beginne von Quadrat zu Quadrat, das Foto auf das Blatt Papier zu übertragen.
  5. Entferne nach und nach die Rasterlinien
  6. Schraffiere Deine Zeichnung mit einer beliebigen Schraffurtechnik
  7. Fertig ist Deine erste Zeichnung!

Vor allem für Anfänger ist das eine Möglichkeit, direkt tolle Ergebnisse zu erzielen. Probiere es einfach mal aus und Du wirst überrascht sein, wie gut es klappt!

Fazit Zeichnen lernen Schritt für Schritt

Wir sind jetzt gemeinsam den Weg vom absoluten Anfänger, bis hin zu Deinem ersten Bild gegangen und Du kannst stolz auf dich sein! Die schlimmste Hürde ist überwunden – das Starten. 

Obwohl Du in diesem Beitrag schon sehr viel gelernt hast, ist das natürlich nur die Spitze des Eisbergs. Es gibt so viel mehr zu lernen und zu erfahren. Wenn ich Dir hier alles mitgeben würde, würde das definitiv den Rahmen dieser Seite sprengen.

Aus diesem Grund habe ich einen kompletten Online Kurs erstellt, in dem ich Dich an die Hand nehme und Schritt für Schritt zu einem exzellenten Zeichner machen werde. 

In insgesamt 5 Stunden HD-Videomaterial, 16 PDF Checklisten und 8 Übungsaufgaben zur Festigung des Wissens, kannst Du mir über die Schulter schauen und Deine eigenen atemberaubenden Kunstwerke erschaffen, um vom stressigen Alltag abzuschalten. 

Ich habe diesen Kurs erstellt, damit Du Dir die Videos immer wieder anschauen kannst und nicht mehrere hundert Euro für einen Workshop ausgeben musst, der nur einmal stattfindet. 

Das System des Zeichnens Box ohne Hintergrund

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